Geister

Geister in vier Hauptgruppen aufgeteilt. Die erste besteht aus Erscheinungen, die an bestimmten Orten spuken. Sie können "orts-zentriert" genannt werden, im Gegensatz zu "person-zentrierten" Geistern. Sie erzeugen keine Angst und richten nur selten Schaden an. Die zweite Kategorie besteht aus Erscheinungen von Toten. Sie ereignen sich einige Zeit nach dem Tod der Person, die als Geist auftritt und weisen keinen Zusammenhang zu einem besonderen Ort oder Ereignis auf. Die dritte Gruppe bilden die Krisen-Fälle, in denen ein Mensch erscheint, in dessen Leben im gleichen Augenblick ein tiefgreifendes Erlebnis stattfindet, zum Beispiel ein Unfall, eine Krankheit oder auch der Tod. Die letzte Gruppe umfasst den am wenigsten bekannten Typ von Erscheinungen, die experimentell hervorgerufene Erscheinung. In diesem Fall stellt der Geist nicht einen Toten oder Sterblichen dar, sondern eine lebende Person, die absichtlich ihr Bild einer anderen Person sichtbar macht.
Die Geister weisen meist eine Reihe gemeinsamer Merkmale auf. Für verschiedene Beobachter sehen sie verschieden aus; zum Beispiel erscheinen sie stofflich, sind in einem Spiegel sichtbar oder machen Geräusche, wenn sie sich bewegen. Der Geist erweckt ganz den Eindruck, so wirklich wie eine lebende Person zu sein. Er geht durch Wände, manchmal erscheint und verschwindet er durch Phantomtüren, die sich öffnen und schließen, während die "wirklichen" Zimmertüren geschlossen bleiben, oder er wird durchsichtig und verblasst. Es kann in seiner Umgebung zum Gefühl plötzlicher Kälte kommen. Dieses Gefühl von Kälte kann man zum Beispiel auch bei Poltergeistern beobachten, doch Poltergeister sind keine üblichen Geister. Sie verursachen Bewegungen körperlicher Gegenstände, ohne sichtbar zu sein. Erscheinungen wurden auch in Verbindung mit Poltergeist-Aktivitäten festgestellt, doch es wurde nie ein Geist gesehen, der einen Gegenstand aufnahm und damit warf.
Flüchtige Geister können auf Film gebannt werden. Es gibt unzählige Fotos von Geistern, aber nur wenige stellten sich als echt heraus. Im Bereich der paranormalen Fotografie ist der Betrug so weit verbreitet, dass den seltenen Beispielen, die mit großer Wahrscheinlichkeit echt sind, nicht die gebührende Aufmerksamkeit zuteil wird.
Geister / Insel der Geister
Großbritannien gilt seit jeher als Hort zahlloser Geister. Doch haben Sie gewusst, dass sich die scheuen Untoten vornehmlich an Straßenrändern bewegen?
Wie die BBC berichtet sahen sich britische Journalisten jüngst einer wahren Flut von Augenzeugenberichten aussetzt, als sie eine Top10-Liste der Spukerscheinungen in Großbritannien aufstellen wollten.
2500 Zeugen meldeten sich
Mehr als 2500 Menschen riefen beim "Fortean Times"-Magazin an und berichteten von ihren Erfahrungen. Dabei stellte sich heraus, dass eine große Zahl von Geistersichtungen an belebten Straßen gemeldet wurden. Und erstaunlicherweise wiesen viele Berichte eine frappierende Ähnlichkeit auf.
Kollektiver Wahn oder tatsächlich Geister?
"Spielt uns das kollektive Unterbewusstsein einen Streich oder teilen wir unsere Umwelt tatsächlich mit einer Reihe von Gespenstern?" fragt der Herausgeber der Fortean Times, Bob Rickard, verwundert über die enorme Resonanz seiner Aktion.
An A23 zwischen London und Brighton hausen die meisten Gespenster
Als die am meisten heimgesuchte Straße Großbritanniens stellte sich die A23 zwischen London und Brighton heraus. Auf ihr treiben laut Zeugenaussagen mindestens drei Geisterscheinungen ihr Unwesen. Ein kleines Mädchen ohne Hände und Füße wurde ebenso von entsetzten Autofahrern gesichtet wie eine lange dünne Figur im Trenchcoat und ein Mann in Cricket-Kleidern.
Phantome auf der M6
In der Nähe von Gloucestershire wurde hingegen mehrfach ein großer Geistermönch gesichtet, während auf der M6 in der Nähe von Birmingham häufig rätselhafte Phantom-Fahrzeuge beobachtet wurden. In Somerset, zwischen Nunney und Frome, wurden wiederholt geisterhafte Anhalter wahrgenommen. In Wales haben es zwei Orte in sich: In Llangennith wurde von etlichen Zeugen eine Frau beschrieben, die komplett in Weiß gekleidet Angst und Schrecken verbreitet. Während in St. Athan im Tale bei Glamorgan ebenfalls eine Frau spukt.
Auch Spukschlösser werden noch bewohnt
So hält das Hampton Court Palace in London für Besucher aus aller Welt eine Besichtigungstour der besonderen Art bereit. Zunächst versammeln sich die Gäste in der Küche des altehrwürdigen Schlosses, um sich am Kamin aufzuwärmen. Mit Laternen ausgestattet, können sie dann auf den Spuren Heinrich VIII. wandeln. Zusätzlich werden sie bei den abendlichen Rundgängen in historische Gewänder gesteckt. Dabei ist die Jagdgalerie von besonderem Interesse, dort spukt der Sage nach der Geist der fünften Frau Heinrichs, Catherine Howard, durch die zugigen Gänge.
Gespensterjäger im Einsatz
Doch nun hat sich der in Großbritannien als legendär geltende Richard Wiseman auf die Jagd nach dem Gespenst begeben. Wiseman begann seine Berufslaufbahn als Magier, war einer der jüngsten Mitglieder des Magischen Zirkels brachte es zum Gewinn eines Award. Später entschloss er sich zum Psychologie-Studium, welches er mit Auszeichnungen und der Erlangung eines Doktortitels beendete. In Großbritannien ist er als Skeptiker in den Medien wohlbekannt, dort tritt er regelmäßig in Radio und Fernsehen auf, um so genannte übersinnliche Phänomene als Täuschung und Betrug zu entlarven.
Vernichtendens Urteil eines Skeptikers
Sein niederschmetterndes Urteil im Falle Hampton Court Palace lautet: Das Gespenst, das angeblich umgeht, ist nur kalte Luft. Zu diesem Ergebnis ist der Gespensterjäger gekommen, nachdem er 450 Besucher des Schlosses über ihre Eindrücke beim Durchwandeln der besonders unheimlichen Jagdgalerie befragen und den Ort des angeblich übersinnlichen Geschehens auch mit Infrarotkameras überwachen ließ.
"Als Ort ist diese Galerie seltsam, denn es gibt verdeckte Türen und sich verändernde thermische Vorgänge, die dafür sorgen, dass Menschen direkt in eine Wand von kalter Luft laufen", sagte Wiseman in der Zeitung "Daily Express" vom Donnerstag.
Noch unklare Fragen
Die meisten Befragten berichteten über diese auffällige Temperaturveränderung, viele sprachen sogar von einer Art "unheimlichen Präsenz" in der Spukgalerie. Wiseman entgegnet dieser Deutung, wer ohnehin an Gespenster glaube, habe mit größerer Wahrscheinlichkeit auch eine unheimliche Erfahrung in der Galerie.
Doch alles konnte auch Wiseman nicht erklären: Es gebe, so der Berufsskeptiker, einen kalten Flecken in dem Raum, bei dem es sich nicht eindeutig um Luftzug handele: "Wir müssen das noch näher untersuchen."